Das kleine Dübel 1 x 1

 

Bei der Wahl des richtigen Dübels sind umfangreiche Kenntnisse erforderlich. Einflussfaktoren, wie Verankerungsgrund und -arten, Zulassung, Belastungs- und Montageart sind bei der Auswahl der Dübel und Anker maßgebend. Nachfolgende Erläuterungen sollen Ihnen die Arbeit mit Dübeln und Ankersystemen von TOX® erleichtern:

Baustoffe

Art und Beschaffenheit des Baugrundes ist entscheidend für das entsprechende Dübelsystem Ihrer Wahl!

Beton:
Es wird zwischen Normal- und Leichtbeton unterschieden. Beton ist ein künstlicher Stein, der aus einem Gemisch von Zement,
Betonzuschlag und Wasser durch Erhärten des Zementleimes entsteht.

Normierung und Festigkeit von Beton:
Normalbeton wird in der deutschen Norm DIN 1045 mit dem Buchstaben B und einer zweistelligen Ziffer bezeichnet (z.B. B25).
Nach den europäischen Vorschriften wird der Beton mit „C" bezeichnet. Die 2-stellige Ziffer entspricht dem Nennwert der Druck-
Festigkeit des Betons in N/mm2; ermittelt an Würfeln mit einer Kantenlänge von 150 mm oder 300 mm langen Zylindern mit Ø150 mm.

Mauerwerkbaustoffe:
Mauerwerk ist ein Verbundwerkstoff aus Steinen und Mörtel, deshalb sehr komplex. Oftmals ist die Druckfestigkeit des Steines höher als die des Mörtels. Deshalb sollte die Verankerung möglichst im Stein erfolgen.

Vollbaustoffe mit dichtem Gefüge:
Diese Baustoffe haben überwiegend keine Hohlräume und sind sehr druckfest. Dabei gelten Steine, die einen Lochflächenanteil
von bis zu 15% besitzen, als Vollstein (Vollziegel, Klinker; Kalksandvollstein).

Vollbaustoffe mit porigem Gefüge:
Diese Baustoffe haben eine geringe Druckfestigkeit und sehr viele Poren (Porenbeton). Für eine optimale Befestigung sind Spezialdübel zu wählen, z.B. Porenbetondübel GB oder Langdübel mit langem Spreizkörper.

Lochbaustoffe mit dichtem Gefüge:
Diese Baustoffe benötigen Dübel mit speziellen Eigenschaften: Die Dübel müssen Hohlräume überbrücken bzw. ausfüllen (Langloch- und Hochlochziegel, Kalksandloch-und Kalksandhohlsteine).

Lochbaustoffe mit porigem Gefüge:
Diese Baustoffe stellen hohe Anforderungen an die Befestigungstechnik. Ihre geringe Druckfestigkeit, die Hohlräume und Poren im Baustoff, machen eine sorgfältige Dübelwahl erforderlich. Geeignet sind Dübel mit langer Spreizzone oder formschlüssig wirkende
Befestigungssysteme in Leichthochlochziegel (Poroton), Leichtbetonhohlblockstein aus Bims oder Blähton.

Wandbauplatten, Gipskarton,Gipsfaserplatten und Gipsdielen
Dies sind dünnwandige Baustoffe mit geringen Festigkeiten. Hier finden Hohlraumdübel Verwendung, die sich hinter der Platte
formschlüssig verbinden.

Dämmstoffplatten
Diese Platten haben eine geringe Druckfestigkeit und sehr viele Poren (Polystyrolplatten, Polyurethan-Hartschaumplatten etc.). Spezialdübel (Dämmstoffdübel A-ISOL) mit grobem Außengewinde bilden in diesen Platten eine ideale Verankerung für Leichtbefestigungen.

Bohrtechnik
Entscheidend für das richtige Bohrverfahren ist der Baustoff. Grundsätzlich wird rechtwinklig zum Verankerungsgrund gebohrt. Das Bohrmehl muss anschließend entfernt werden (TOX- Ausbläser). Bei Bohrungen im Boden ist dies ganz besonders wichtig, da sonst das Bohrmehl als Gleitmittel wirkt und den Haltewert verringert!

Bohrverfahren

Drehbohren:
mit normaler Bohrmaschine, ohne Schlag in Porenbeton, Hohlmauerwerk und Wandbauplatten (damit die Baustoff-Stege nicht ausbrechen und das Bohrloch nicht zu groß wird).

Schlagbohren:
mit Schlagbohrmaschine für hartes Vollmauerwerk (Vollziegel, Kalksandvollstein etc.).

Hammerbohren:
mit Hammerbohrer, speziell für die Montage von Schwerlastankern in Beton und Naturstein, bei denen hohe Ansprüche an die Bohrqualität gestellt werden.

Montage

Rand- und Achsabstände:

Damit anfallende Lasten sicher vom Dübel in den Baugrund übertragen werden können und der Baugrund nicht abplatzt oder reißt, müssen entsprechende Achs- und Randabstände eingehalten werden. Bei Stahlanker regelt dies im Allgemeinen die Zulassung, bei Kunststoffdübeln kann üblicherweise von einem Randabstand 2 x hef (hef =Verankerungstiefe) und einem Achsabstand 4 x hef
ausgegangen werden.

Bohrlochtiefe:
Die Bohrlochtiefe muss meistens tiefer sein als die Verankerungstiefe. Gerade bei Kunststoffdübeln wird der Platz benötigt, um die
Schraube aufzunehmen, die grundsätzlich immer aus der Dübelspitze herausschaut.

Montagearten

Vorsteckmontage:
Der Dübel schließt bündig mit der Mauerwerkoberfläche ab. Das Bohrloch im Mauerwerk ist gleich dem Dübel-Ø; das Bohrloch im zu befestigenden Gegenstand ist gleich dem Schrauben-Ø, zuzüglich 2 Millimetern.

Durchsteckmontage:
Hierbei wird der Spreizteil des Dübels durch den Gegenstand in das Mauerwerk geschlagen. Der Dübelkopf liegt am Gegenstand an
und begrenzt zugleich die Einbautiefe. Dieses Verfahren wird in der Regel mit Langdübeln durchgeführt.

Abstandsmontage:
Das anzuschließende Bauteil soll hier in einem bestimmten Abstand zur Verankerungsoberfläche druck- und zugfest fixiert werden.
Dazu werden meist Metalldübel mit
Innengewindeaufnahme (Einschlaganker) zur Aufnahme von Gewindestangen mit Kontermutter
verwendet. Zu beachten ist hierbei das Biegemoment.

Wirkungsweise von Dübeln

Belastungen, hervorgerufen durch das Eigengewicht und Verkehrslasten, bewirken Kräfte, die auf den Dübel in unterschiedlicher Form wirken. Damit diese Kräfte sicher in den Untergrund geleitet werden können, werden verschiedene Tragmechanismen ausgenutzt.

Reibschluss:
Dieser wird durch Eindrehen einer Schraube und der daraus folgenden Spreizung des Dübels oder der Anker erreicht. (Das Spreizteil des Dübels wird an die Bohrlochwand gepresst und trägt durch Reibung die äußeren Zuglasten).

Formschluss:
Die Dübelgeometrie passt sich der Form des Untergrundes bzw. des Bohrlochs an (z.B. Verknotung hinter der Gipskartonplatte).

Stoffschluss:
Dabei verbindet sich die Ankerstange mit dem Untergrund mittels eines Mörtels.

Quelle: TOX® GERMANY

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